Der Nebel fällt

Der Nebel fällt, die Sonne scheint zu genesen,
die blinzelt auf den rauhen Stein.
Die Schatten falln ins Nichts, sind plötzlich nie gewesen,
so unscheinbar, so machtlos, schwach und klein.
Die Schatten falln ins Nichts, sie sind nie da gewesen.
Nur noch der Augenblick scheint wahr zu sein.

Lieg neben dir, du schläfst, bist Teil deiner Träume.
Das Lächeln eben galt nicht mir.
In deinen Träumen schwebst du über alle Zäune
und landest wo du willst, vielleicht bei mir.
Du liegst bei mir und schwebst doch über Draht und Zäune.
Du landest wo du willst, vielleicht bei mir.

Der leichte Wind greift sanft nach deinen Haaren,
küsst dich lebendig, küsst dich wach.
Ich kenn das Bild, kenn dein Gesicht in all den Jahren.
Du bist gelandet. Komm unter mein Dach.
Ich kenn das Bild, kenn dein Gesicht in all den Jahren.
Du bist gelandet. Komm unter mein Dach.

Du liegst bei mir und schwebst doch über Draht und Zäune
und landest, wo du willst, vielleicht bei mir.


Ich gehe auf Empfang

Aus meinem Fenster seh ich auf die Stadt,
der Abend macht sie kalt und heiß.
Manche Lichter glitzern, manche funzeln matt,
der Schnee auf den Dächern schillert weiß.

Die Autos bringen ihre Herrchen heim,
wortlos erlischt ihr Blick.
Leute gehen nach Haus und sind doch nie daheim.
Vorwärts nur, kein Schritt zurück.

Und auf den Dächern steht ein Antennenwald.
Der ruft die Sehnsucht in die Nacht, machtlose Macht.

Und wir gehen auf Empfang,
den ganzen Abend lang.
Wir gehen auf Empfang,
den ganzen Abend lang.

Ich fühl mich manchmal wie ein Fisch an Land.
Der Sturm war viel zu vehement.
Und da geht nichts mehr, der liegt auf dem Sand
Und das ist einfach nicht sein Element.

Und dann verkriech ich mich in meinen Bau,
will nichts mehr sagen, nichts mehr sehn,
wie in einem hoffnungslosen Stau.
Will nach Kanada oder zu mir fliehn.

Und dann geh ich auf Empfang
ganze Tage lang.
Ich gehe auf Empfang
ganze Tage lang.

Und wir gehen auf Empfang.


Gewohnheit

Wie lange werden sie uns noch so halten,
mit Glocke, Brandnummer und Stroh.
Sie haben ja alle Gewalten.
Ich bin die Tausendvierhundertzwo.

Einmal am Tag der Wasserwagen
macht uns zufrieden, glücklich, froh.
Dann vergess ich alle Fragen.
Ich bin die Tausendvierhundertzwo.

Nur selten noch schmerzt meine Nummer
und auch das Melken muss ja sein.
Man kann, man muss sich dran gewöhnen,
bin ja schon ruhig, will artig sein.

Na ja, die Fliegen sind schon lässtig,
man plagt sich eben so dahin,
doch geben sie mir aber letztlich
auch das Gefühl, dass ich wer bin.

Nur selten noch schmerzt meine Nummer
und auch das Melken muss ja sein.
Man kann, man muss sich dran gewöhnen,
bin ja schon ruhig, will artig sein.

Es ist nicht so, dass sie uns schlagen,
allein die Angst macht da schon viel.
Wenn's klappt mit Klee und Wasserwagen,
machst du schon, was dein Cowboy will.

Und bald bekomm ich einen Orden,
welchen, das weiß ich schon nicht mehr.
Wär wohl nie ein echtes Rindvieh geworden,
wenn die Gewohnheit nicht wär.